Traumseminar


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Ich fliehe ohne gestochen zu werden

Der 23-jährige Lacandon-Indianer hatte bisher noch keine Frau gefunden, die zu ihm passte. Während des Besuches eines Forscherteams aus Nordamerika träumte er:

Um einen See spazierend
spreche ich
mit einer älteren Frau
aus dem Westen
Ich suche
nach einem Kanu
auf dem See
finde aber keines
Wie ich mich umdrehe
um nach ihr zu schauen
entdecke ich
dass sie viel jünger ist
als ich gedacht habe
Wir gehen ans Ufer
um ein Kanu zu suchen
Plötzlich fliegt
ein Schwarm wütender Wespen
auf mich zu
Ich fliehe
ohne gestochen zu werden

Quelle: Bruce, Robert D.: Lacondon Dream Symbolism. 1979, Ediciones Euroamericanas, Mexiko



Eine Indianerin träumt

Am 6. Juni 1970, in der Nacht vor der Ankunft eines Soziologen und Traumforschers bei den Lacandon-Indianern im Süden Mexikos, träumte eine Indianerin:

Der See Najà
tritt über die Ufer
und erreicht
unsere Hütten*

*In derselben Nacht träumte eine andere Frau, ein Puma dringe in ihre Hütte ein. Die Familie erwachte von ihrem Schrei: Töte ihn!

Quelle: Bruce, Robert D.: Lacondon Dream Symbolism. 1979, Ediciones Euroamericanas, Mexiko



Kalif al-Mamun und sein Schamgefühl

Der Kalif al-Mamun hatte bisweilen sehr deftige Träume. Einmal träumte er:

Ich befinde mich
in der Moschee Abrahams
mitten im Heiligtum
zu Mekka
Ich gehe zunächst
in den vorderen Teil
des heiligen Raumes
und uriniere
in dessen beide Ecken
Dann verrichte ich
mein Geschäft
in den beiden Ecken
des hinteren Teils*

*Er erwachte mit grossem Schamgefühl. Der damals berühmte Traumdeuter Ibn Sirin beruhigte ihn mit der Deutung, dass er in den nächsten Jahren mit vier Söhnen gesegnet werde.

Quelle: Schimmel, Annemarie : Die Träume des Kalifen. 1998, C.H. Beck Verlag



Traumwirklichkeit eines Naskapi-Indianers

Bei den Naskapi-Indianern herrschte der Brauch, dass sie einem Fremden für die erste Nacht ihre Frau anboten. Die Bedrohung, die durch den Fremden in ihr Leben drang, sollte dadurch besänftigt werden. Eines Nachts träumte ein Naskapi-Indianer:


Neben mir
bewegt sich etwas
es ist meine Frau
die mit
einem Fremden schläft*

*Als er am Morgen erwachte, dachte er:
„Ha, heute werde ich ein Karibu erlegen!“
und er erlegte eines am selben Tag.

Quelle: Etter, Hansueli F.: Jungiana, Beiträge zur Psychologie von C.G. Jung, Reihe A, Band 12. 2003, Verlag Stiftung für Jung’sche Psychologie

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