Traumseminar


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Region Ostschweiz

Träume > Archiv

Mit Karl auf dem Arm

Monate nach dem Tod ihrer Mutter träumte ihre Tochter

Ich sitze alleine in unserem Keller
Die schräg aufgelegten
Kellerladen stehen offen
Plötzlich taucht
Im hellen Ausschnitt
Meine Mutter auf
Mit Karl auf dem Arm
Der als kleines Kind
Verstorben ist
Wir kommen zu dir
Sagte sie
Damit du nicht
So alleine bist

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Da schwimmt ein goldener Fisch auf mich zu

Als Ehefrau und Mutter führt sie ein eigenes Geschäft. Ein Problem, von dem ihre Herkunftsfamilie betroffen ist, berührt sie. Im Moment, wo sie auf der Suche nach einem Weg zur Heilung ist, begegnet sie in den Fragen über ihre Familie sich selber. Sie träumt:

Ich bin zuhause im Wohnzimmer
und schaue zum Fenster hinaus
Ich sehe wie draussen auf der Weide
Tiere aus dem Schlamm hervortreten
Sie putzen sich und ich bin verwundert
wie sie schön aussehen
Eilig rufe ich meinen jüngsten Sohn
Und öffne die Tür
damit wir sie besser sehen können
Jetzt aber bemerken uns die Tiere
und kommen auf uns zu
Ich fürchte mich
verriegle die Tür

Wochen später träumt sie:

Ich sitze zuhinderst
in einem offenen Wagen der Eisenbahn
Jemand ist neben mir
auf der schlichten Holzbank
Der Zug fährt an
geradewegs ins Meer hinein
und versinkt
Das Wasser reicht mir bis zum Hals
da schwimmt ein goldener Fisch auf mich zu
Ich habe Angst

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Zwei Männer - leicht dümmlich aber erfrischend naiv

Der 47-jährige Mann hatte mit seinem Freund schon einige Auftritte gehabt. Sein Freund spielte Klavier, er las. Der Tochter seines Freundes war er Götti. Eines Nachts träumte er:

Kurz vor der Lesung
die offiziellen Charakter hat
- mein Verleger ist auch dabei -
entdecke ich dass ich
mein Manuskript vergessen habe
finde aber eine Mini-Disc
auf der meines Freundes
Klavierspiel aufgenommen ist
Zu Beginn spielt er
das weiss ich noch
und dann würde ich den Weg
schon irgendwie finden…

Ich begegne ihm
in seiner Wohnung in Südfrankreich
(er wohnt eigentlich in der Westschweiz)
unter der Eingangstüre
Ich muss fort sagt er
die Unruhe jagt mich
Ratlos bleibe ich in der Wohnung zurück
suche nach einem Zettelchen
um eine Notiz zu hinterlassen
aber was mir in den Sinn kommt
sind nur abgegriffene Floskeln
Im Bad sehe ich in einer breiten
weissen Duschwanne zwei Toiletten stehen
jene links welche nur von Katharina benutzt wird
ist rundum von Scheisse verschmiert
jene rechts ist sauber
Oh nein jetzt sollte ich noch die Toilette putzen
denke ich, da begegne ich zwei Männern
die leicht dümmlich
aber erfrischend naiv sind
Wir sind für die Reinigung zuständig sagen sie
aber wissen Sie unser Chef dein Freund
ist nie pünktlich
Natürlich ist Pünktlichkeit nicht so wichtig
denke ich zu meinem Freund gewandt
aber als Führungsperson müsstest du pünktlich sein
Warum ist die Toilette links nicht sauber frage ich
Wir haben unsere Scheisse hineingekippt
aber der Chef hat uns gesagt
wir sollten das tun
Ihr wisst dass ihr das irgendwann
wieder putzen müsst
Ja ja das wissen wir

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Ich pflücke sie

Der 29-jährige Koch arbeitete in einem Nobelhotel. Er liebte es besonders, die Teller schön herzurichten. Seit einigen Jahren lebte er alleine. Er träumte wiederholt:

Ich steige
einen Berg hinan
um eine wunderschöne
Blume zu pflücken
Ich sehe sie
ich pflücke sie
da fällt der Berg
in sich zusammen
und begräbt mich
unter seinem Schutt

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Sie schneidet sich lächelnd die Pulsadern auf

Der 45-jährige Mann hatte vor zehn Jahren eine Nahtodeserfahrung gemacht: Er sei auf einen Lichtpunkt zugeschwebt, der immer grösser geworden bis eine schwarze Klappe runtergegangen sei. Kurz danach folgte die Scheidung von seiner Frau, ihre beiden Töchter lebten fortan bei Pflegeeltern. Vor 6 Monaten nahm sich seine Ex-Frau das Leben ohne eine Botschaft zu hinterlassen. Seither träumte er immer wieder:

Sie liegt
auf das Bett gebettet
und schneidet sich lächelnd
die Pulsader auf
aber es fliesst
kein Blut

Schnitt

Ich stehe
an ihrem Grab
der Sarg wird
hinabgelassen
und ich weiss nicht
warum
warum sie sich
das Leben genommen hat


Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Wie die Schlange, die ihr Opfer verschlingt

Die 37-jährige Frau, Mutter von zwei Kindern, träumte:

Ich bin unterwegs
mit meinem Sohn
um Reinigungsmilch zu kaufen
aber nicht wie üblich
in der Drogerie
sondern privat
bei einer Frau
Wir gehen zu ihrem Haus
gehen hinein
und finden uns
in einem langen Korridor wieder
In einem Zimmer rechts
kocht die Mutter der Frau
die wir suchen
„Sie ist mit den Hunden
spazieren gegangen
und kommt gleich wieder“
sagt sie
Ich sehe einen Schäferhund
sich dem Eingang nähern
dann noch einen Hund
der wie ein Puma aussieht
Mein Sohn geht
auf die Hunde zu
ich befehle ihm
hier zu bleiben
die Hunde könnten gefährlich sein
Er hört nicht auf mich
Der Pumahund verschlingt ihn
wie die Schlange
ihr Opfer verschlingt
Ich gerate in Panik
renne hinaus zu den Hunden
und erwische gerade noch
die Beine meines Sohnes
Ich ziehe an ihnen
mit aller Kraft
bis ich ihn befreit habe
Gott sei Dank
ist er noch ganz
nicht verbissen
nur ohnmächtig
Ich nehme ihn
auf meine Arme
und schreie den andern zu
sie sollten schnell
einen Krankenwagen rufen


Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Ein Vogel mit Menschengesicht

Der 35-jährige Mann lebte zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Vorschulalter in einem kleinen Dorf. Früher war er leidenschaftlicher Autorennfahrer gewesen. Um sich zu entspannen, setzte er sich manchmal in sein Auto und raste über einen Pass. Er führte das von ihm gegründete Transportunternehmen.

1

Ich spaziere mit Kollegen
in der Gegend meines Dorfes
einen Hang hinab
auf einen Bahnhof zu
mit sehr vielen Geleisen
Die Kollegen folgen dem Weg
ich aber gehe
als einziger
über die Geleise
zu einem Haus
das zwischen den Geleisen steht
klettere das Dachwasserabflussrohr hinauf
bleibe eine Weile
in der Dachrinne stehen
meine Hände
auf das mit dünner Schneeschicht
bedeckte Dach
stützend
als ich plötzlich
auf dem Giebel
einen Vogel entdecke
mit Menschengesicht
Ich klettere zum Giebel hinauf
Der Vogel schaut mich an
wie aus einer anderen Welt
Auf der anderen Seite des Daches
steige ich hinab
lasse mich von der Dachrinne
hinunterfallen
und stehe
auf frühlingsgrünem Gras

2

Vier Wochen später: Der Mann stellte in seiner Magengegend einen faustgrossen Knollen fest. Diagnose: Krebs.

Ich stehe im Badezimmer
betrachte mich im Spiegel
da öffnet eine Frau
die ich von der Schulzeit her kenne
und die mir damals
als gefühlskalt erschien
die Türe
und will mich
liebkosen
Ich entziehe mich
ihren Umarmungen

3

Einige Wochen später, nachdem er auf die ersten zwei Chemotherapien nicht angesprochen hatte und er sich nicht entscheiden konnte, ob er sich noch weiteren Chemotherapien unterziehen solle, sah er in einem Spitalbett liegend einen Mann mit demselben Gesicht wie der Vogel auf dem Dachgiebel. Er träumte nachts:

Ich spaziere mit meiner Frau
in der Nacht
durch das Dorfzentrum
Aus der Mehrzweckhalle
höre ich Tanzmusik
und singende Menschen
Früher
denke ich
war ich an solchen Festen immer dabei
Wir gehen weiter
einen verschneiten Hügel hinan
Der Weg ist vereist
wir rutschen immer wieder zurück
Auf halber Höhe
wartet ein altes knorriges Männchen
das uns bis auf den Grat führt
Wie wir oben ankommen
ist Tag
Auch die andere Bergseite
ist verschneit
aber weich und leicht zu begehen


Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Ich lebe mit einem Behinderten zusammen

Der 35-jährige Mann lebte seit sechs Monaten mit seiner Freundin zusammen. Bei jedem Essen wurde er von der irrationalen Angst geplagt, das Glas oder das Besteck falle ihm aus den Händen. Er ass deshalb zumeist alleine oder mit seiner Freundin.

Ich lebe
in einer Hütte
hinter einem Restaurant
mit einem Behinderten zusammen
Der Wald ist ganz nah
Es dämmert
Licht würde bald
über die Berge steigen
aber ich bin
traurig
Eine Frau
mit schwarzen Haaren
die meiner Jugendfreundin gleicht
kommt auf mich zu und sagt:
„Ich sehe dir an
dass du Angst hast vor allem
was du berührst.“
Ich bin getroffen
von dieser Frau
die mich so genau kennt
und frage sie
ob sie Zeit hätte
für einen Spaziergang
ich wolle
mit ihr reden
„Nein“
sagt sie
„ich muss mich
um den Behinderten kümmern“

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Er will alle erstechen

Die junge Frau war von ihrer Freundin verkuppelt worden mit einem Mann, der sehr lieb war, keiner Fliege etwas zuleide tun konnte. Fast ein Jahr schon waren sie zusammen, da träumte sie:

Wir sind
mit unserer Clique
im Tanzlokal
ausgelassene Stimmung
wir lachen viel
Da sehe ich
wie mein Freund
das Messer zückt
er will nicht nur mich
er will alle erstechen
erwischt mich
am Bein
ich schreie um Hilfe
der Freund meiner Freundin
ersticht ihn -

Ich sitze
auf der Waschmaschine
weine Rotz und Wasser
In der Badewanne neben mir
sitzen zwei
aus unserer Clique
die gerne rumvögeln
und sagen zu mir
„Nimm’s locker
komm
setz dich zu uns
in die Badewanne“

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Träume einer blinden Frau

Auf einem Bahnhof begegnete ein Mann, dessen Passion die Träume sind, einer blinden Frau. Er geleitete sie in den Zug an einen Sitzplatz und fuhr mit ihr die gleiche Strecke. Sie sei blind seit ihrer Geburt, erzählte die Frau. Ob sie auch träume, fragte der Traumdeuter.

Ja
ich träume oft von Tieren
Obwohl ich am Tag
nur Teile von ihnen
ertasten kann
sind sie Nachts
in meinen Träumen
immer ganz

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Aber ich komme nirgends an

Traum eines Mannes, der jeden Tag in einem Büro arbeiten ging – ausser am Wochenende:

Ich sitze in einem Ruderboot
und rudere über einen stillen
schwarzen See. Aber ich
komme nirgends an
und während ich rudere,
schaue ich aus einem Fenster,
das die ganze Zeit vor meinem Gesicht ist –
ein Fenster in einem Ruderboot
komisch nicht?
Ich finde es aber überhaupt nicht komisch
denn ich bin die ganze Zeit so traurig
dass ich nur ganz langsam rudern kann
Durch das Fenster blicke ich hinaus
auf einen dunklen See
auf dem wiederum ich selbst
in einem Ruderboot sitze
und durch ein Fenster schaue
und mich selbst beim Rudern sehe
und so weiter und so weiter


Quelle: Der kleine König Dezember; Axel Hacke; Verlag Antje Kunstmann; München 1993



Heute ziehen wir keine Schwimmwesten an


Die 42-jährige Frau hinterfragte ihre Beziehungen: Welche wollte sie weiterhin pflegen?

Ich besuche
eine fabrikähnliche Schule
am Fluss
Der Lehrer
beginnt den Unterricht
mit dem Satz
Heute ziehen wir
keine Schwimmwesten an
sie zapfen dem Vollmond
zu viele Energien ab

Eines Nachts träumt sie:

Ich wohne
in einem grosszügigen Haus
Wände in Rottönen
überall stehen Blumen
üppig ist die Ausstattung
aber ein WC fehlt
Dieses ist draussen
in einem durchsichtigen Zelt
in das alle Passanten
schauen können
Um die Fäkalien auszuscheiden
muss ich mich
auf eine Matratze legen
Nach dem Spülen
rinnt meine Scheisse
in ein Weihwassergefäss
am Fussende einer Marienfigur
Ich empfinde eine
fast unerträgliche Scham

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Die Farben des Regenbogens rieseln über mich herab

Die 28-jährige Frau zog drei kleine Kinder auf, servierte einmal wöchentlich in einem Restaurant und arbeitete zwischendurch in ihrem Atelier an farbigen, leuchtenden Herzen, die sie schon an verschiedenen Orten ausgestellt hatte. Seit einigen Wochen nagte an ihr das Gefühl, nicht zu genügen und nicht genügend zu leben. Es war Winter, kalt draussen, was sollte sie mit den Kindern unternehmen? Gute Mutter sein, gute Mutter sein! Wenn sie Menschen singen oder lachen hörte, fühlte sie sich ausgeschlossen - eingeschlossen in ihrem Gefängnis.

1.

Ich sitze
mit anderen Menschen
in einem
in den Boden eingelassenen
Raum
Es herrscht Weltuntergangstimmung
Alle müssen im Raum bleiben
einige Computerbildschirme
glimmen in kaltem Blau
der Boden draussen
ist schlammig
der Nebel hockt
zwischen den Häusern
in den Gärten
Allen ist klar
dass die Welt untergeht
Ich gehe hinaus
sehe einen Regenbogen
“Ist der schön”
rufe ich
und entdecke
dass sich das eine Ende
wie ein Duschkopf nach mir richtet
wohin ich auch gehe
Der Regenbogen hat
doppelt so viele
dreifach so viele Farben
wie ein normaler Regenbogen
und sie leuchten ganz intensiv
Da rieseln die Farben
über mich herab
“Komm Mutter”
rufe ich
“du darfst das auch erleben”

2.

Ich entdecke
einen riesigen Dachboden
riesig verlassen verstaubt
Matratzen liegen herum
Bettdecken
“Komm”
sage ich zu meinem Mann
“lass uns diesen Raum einrichten
für unsere Tochter
sie hat bald Geburtstag”
Plötzlich steht
in der Mitte des Dachbodens
ein riesiges Schwimmbecken
viele Leute sind anwesend
Ich tauche ins Wasser
unter den Leuten durch
Du kannst die Luft
nicht so lange anhalten
denke ich
jedoch ich schaffe es
entdecke einen Ausgang
und von der Rampe
eines Scheunentors
schaue ich auf Konstanz
den Bodensee
“Ich bin frei”
rufe ich
“und kann einkaufen gehen
für den Geburtstag
meiner Tochter”

3.

Mir werden Kühe
und Stiere anvertraut
Auf einem Förderband
ziehen sie
an mir vorbei
Plötzlich wird mir bewusst:
Sie werden geschlachtet
Eine Kuh verwandelt sich
in einen schwarzen Mann
der mich tröstet
Es sei nicht meine Schuld
Ganz in der Nähe
steht eine Reisenkuh
ein Urzeit-Vieh
und fällt
tot um
Der Boden bebt


Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Bete dein Credo

Die 28-jährige Frau litt an Depressionen. Sie entschied sich, eine Wallfahrt zu einem Heiligen in Kroatien zu unternehmen, und erlebte eine mystische Versenkung, die sie von ihren Depressionen heilte. Sie bekannte sich zum katholischen Glauben und wurde Pfarrköchin. Nach einem Gespräch mit einem Mann, der sich über die Institution der katholischen Kirche sehr kritisch äusserte, träumte sie:

Ich wandere
den Triesenberg hinab
Plötzlich stürzt Wasser
über mich herab
anschwellende Bäche
links und rechts
und in meiner Verzweiflung
höre ich die Stimme
des Heiligen aus Kroatien
Bete dein Credo
wenn du noch
am Leben bist

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Ich verkleide mich als Frau


Der 25-jährige Computerfachmann arbeitete viel und gerne. Wegen seiner hohen Ansprüche an sich selbst und an seine Mitarbeiter wurde er wenig geschätzt und einige seiner Mitarbeiter betrieben Mobbing gegen ihn. Er verliebte sich in eine Frau, getraute sich aber nicht, es ihr zu sagen. Und als sie überraschend einen Schritt auf ihn zu machte, wich er zurück und änderte seine Mail-Adresse.

Ich gehe zum Strand
da steigt ein Fisch
auf Füssen
aus dem Wasser
Ich erschrecke
Eine Männergruppe links von mir
beachtet den Fisch kaum
Eine Frauengruppe
ganz in der Nähe
gerät in Panik
Ich verkleide mich als Frau
da bekommt es der Fisch
mit der Angst zu tun
er verschwindet im Meer
Es ist dunkel und zäh
wie Sojasauce

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert




“Meine” Leiche liegt im Keller vergraben

Die Frau im mittleren Alter hatte mit achtzehn Jahren ihr erstes Kind bekommen, später folgten drei weitere. Es sei in ihrem Leben nichts Aussergewöhnliches passiert, sie sei in ihrer Kindheit auch nie misshandelt worden. Oder ob dies vielleicht aussergewöhnlich sei, dass sie ihren Vater nicht kenne? Die Mutter habe ihr nie gesagt, wer ihr Vater ist und habe dieses Thema gemieden. Sie könne sich folgenden Traum, den sie seit Jahren immer wieder habe, einfach nicht erklären:

Ich bin in meinem Haus
und gehe in den Keller
Es ist ein unheimliches Gefühl
Hier liegt eine Leiche vergraben
“meine” Leiche
Ich habe Angst
dass jemand von der Leiche erfährt
und dass herauskommt
dass ich eine Mörderin bin
Ich wache jedesmal mit dem furchtbaren
Gefühl auf
jemanden umgebracht zu haben

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Ich arrangiere meine Beerdigung

Der 36-jährige Mann arbeitete seit wenigen Monaten in einem Spital.

Männer in Weiss
sitzen zusammen
es geht um Wissen
über Körperfunktionen
Ich weiss
dass ich todkrank bin
und arrangiere
meine Beerdigung

Ich habe veranlasst
dass sie mir eine Bibel
auf den Bauch legen
und spüre als Toter
wie sie auf meinem Bauch liegt
und Frieden gibt
Ich warte vor einer Häuserfront
hinter einer Absperrung
aus einer Eisenkette
die von Steinpfosten
zu Steinpfosten hängt
auf den Trauerzug
meiner Beerdigung

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Vor Affen auf der Flucht


Der 48-jährige Mann, selbstständiger Unternehmer, ist privat und geschäftlich unter Druck. Seit einem halben Jahr alleinerziehender Vater stehen Gerichtsverhandlungen mit Geschäftspartnern an.

Ich betrete
mit einem Begleiter
einen Raum
in dem Männer
in Anzügen
sich miteinander unterhalten
Wie ich genauer hinsehe
bemerke ich
dass sie alle Affenköpfe
mit aggressivem Gesichtsausdruck haben
Voller Panik
ergreife ich die Flucht
und rufe meinem Begleiter zu
Folge mir!
Wir rennen durch einen Flur
an dessen Ende
eine Mondrakete
mit offener Lukentür
bereitsteht
Mit einem Hechtsprung
rette ich mich in die Kapsel
und will meinem Begleiter helfen
einzusteigen
doch wie ich ihn anschaue
befällt mich ein Schaudern
Er hat einen Affenkopf
auch ihn hat es erwischt

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Als wollte jemand um Hilfe rufen

Der 55-jährige Mann hatte vor sieben Jahren sein Transportunternehmen verkauft, das er von seinem Vater übernommen hatte, nachdem dieser mit seinem Auto tödlich verunglückt war. Sein Vater hatte das Transportunternehmen von seinem Grossvater übernommen, der damals noch mit Pferd und Wagen die Güter vom Bahnhof ins kleine Dorf transportierte.
Nachdem der Mann sein Transportunternehmen verkauft hatte, in dem er mehr Überstunden gearbeitet hatte, als „andere ihr Leben mit Arbeit zu füllen vermögen“, verschrieb er sich Börsen- und Immobiliengeschäften.

Ich gehe
zu einem Haus hinaus
es hätte
mein Elternhaus sein können
nur steht es umgekehrt
der Wohnteil rechts
links der Stall
Ich höre Kuhglockengeläut
Ein Rad
an der Stallwand befestigt
dreht sich rückläufig
mit einer Glocke dran
Ich will nachschauen
weshalb es so quietscht
aber es liegt verborgen
hinter Spinnweben
die man sonst nur
in alten Häusern
an geschützten Stellen findet
Ich verlasse das Haus
schaue noch einmal zurück
da sehe ich einen Arm
aus dem Giebelfenster gestreckt
gräulich
mit gespreizten Fingern
als wollte jemand
um Hilfe rufen
oder etwas ergreifen
was noch weit weg ist
Ich bekomme Angst
will schreien
aber mein Schrei
ist eher ein Krächzen

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert




Ich erschlage ihn mit blossen Händen


Der 30-jährige Mann war als Sohn eines Pfarrers in einer Grossfamilie in einem Bergdorf aufgewachsen. Er träumte Folgendes:

Ich bespreche mich
mit meinen von mir
sehr bewunderten
älteren Brüdern
Wir beschliessen
den Vater umzubringen
Plötzlich entdecke ich ihn
in einer Nische
von wo er
uns belauscht
Meine Brüder
ergreifen voller Panik
die Flucht
ich erschlage ihn
mit blossen Händen

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Er winkt mich zu sich hinauf

Der ehemalige Metzgermeister hatte nie über sein Innenleben gesprochen. Zwei Tage vor seinem Tod bat er seine Tochter ins Krankenzimmer und erzählte ihr folgenden Traum:

Ich gehe
den Berg hinan
hinter unserem Dorf
Auf halber Höhe
halte ich inne
und schaue
zum Gipfel hinauf

Dort steht
neben dem Kreuz
ein Mann
den ich kenne
Jahrgänger mit mir
der vor
eineinhalb Jahren
gestorben ist

Er winkt mich
zu sich hinauf

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Du weisst, wer ich bin

Die 68-jährige Frau erwachte aus einem Traum mit einem so intensiven Glücksgefühl, dass sie am selben Morgen noch zu ihrem Sohn eilte und ihm den Traum erzählte:

Ich wandere
durch eine hüglige Landschaft
Der Weg schlängelt sich sanft
durch Täler und Hügelzüge
Plötzlich spüre ich
wie sich eine Hand
auf meine Schulter legt
so weich, so zart
dass zärtlich Liebe
durch meinen Körper strömt
Wer bist du?
frage ich den Mann
der hinter mir steht
Er antwortet
mit warmer, fester Stimme:
Du weißt
wer ich bin *

*Drei Tage später starb ihr Mann

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Sechzig Millionen Euro Lösegeld

Der 48-jährige Mann führte Regie bei einem Galaabend. Der Anlass war ein voller Erfolg, er erhielt Blumen von der Prominenz der Region. Er freute sich nicht zuletzt auch über die Ausweitung seiner geschäftlichen Beziehungen. In der Nacht träumte er:

Ich sitze
als Leiter einer Gruppe
in einem Car ganz vorne
neben dem Chauffeur
Das Gelände und die Strasse werden immer abschüssiger
Wenn das nur gut geht
denke ich
Der Chauffeur fährt geschickt
die engen Schlaufen hinunter
und wendet sich plötzlich mir zu
Die letzte Kurve
müsse ich nehmen
Mir stockt der Atem

Szenenwechsel:
Ich gleite
auf einer Leiter schlittelnd
in hohem Tempo
einen Abhang hinunter
Wie ich unten ankomme
bemerke ich
dass ich meine Portemonnaie
verloren habe
Ich gehe
in ein nahe gelegenes Nobelhotel
Ja, ja,
sagt der Mann an der Rezeption
das Portemonnaie ist gefunden worden
aber eine durchtriebene Bande
verlangt dafür
sechzig Millionen Euro Lösegeld

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Die Brücke am Tay

Der 36-jährige Mann hatte wenige Monate zuvor mit Meditation und Yoga begonnen.

Ich warte auf einen Zug
schlage einer Menschengruppe vor
über die nahe Brücke zu gehen
weil auf der anderen Seite
ein schnellerer Zug fahre
Ich erkenne die Brücke:
Es ist die Brücke am Tay
(die im 19. Jahrhundert
an einem stürmischen Tag
zusammenbrach
und die Menschen
im darüber fahrenden Zug
in den Tod riss)
Ich gehe voran
auf Metallverstrebungen
von Pfeiler zu Pfeiler
fühle mich wie getragen
von dem Mann
der neben mir geht
Ich tue weniger als er
denke ich und frage ihn
Geht es?
Ja, mir ist es angenehm
antwortet der Mann
Nicht zurückschauen
denke ich
Auf dem zweitletzten Pfeiler
erfasst mich plötzlich Angst
und ich stürze

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Und plötzlich bin ich selbst in der Entstehung der Welt

Die 37-jährige Frau hatte vor einigen Monaten eine Stelle als Dozentin an der Fachhochschule für Soziale Arbeit angetreten. Gleichzeitig war sie Mutter einer Tochter und eines Sohns. Wegen der Doppelbelastung fühlte sie sich oft müde und ausgebrannt. Sie spielte mit dem Gedanken, die Stelle wieder zu kündigen. Wenige Tage vor den Ferien träumte sie:

Ich erzähle meinem Sohn
aus einem Buch
das ähnlich wie die Bibel
Geschichten über die Entstehung der Welt
über die Natur
und ihre Urgewalten enthält
Während ich versuche
meinem Sohn etwas zu erklären
merke ich plötzlich
dass ich selbst
in der Geschichte bin
Ein Flusslauf soll umgelenkt werden
und dies gelingt
mit wenigen Spatenstichen
Das Wasser schiesst hervor
und sucht sich fortlaufend
- mit viel Kraft
und in hohem Tempo –
neue Wege
durch die grüne
hügelige Landschaft
So also
entsteht dieses Naturphänomen
denke ich
steige auf ein Pferd
und reite
in hohem Tempo
mit dem Gefühl von Kraft
und Freiheit
neben dem gleichzeitig entstehenden
Fluss

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Sieben Mal erschien die Tochter im Traum

Die 60-jährige Frau litt an Depressionen, seit sie ihre 26-jährige Tochter verloren hatte. Nach ihrem Tod träumte sie sieben Mal:

Komm
sagt meine Tochter
ich zeige dir
wo ich wohne
Der Raum
ist hell erleuchtet
Sie führt mich über
glitzernde Stufen hinauf
Stopp
ruft sie
Hier darfst du
nicht weitergehen
Ich sehe sie
in einer Nebelwolke
verschwinden

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Eine Geburt und ein Traum


Die 26-jährige Frau träumte zwei Tage vor der Geburt ihres ersten Kindes:

Ich habe einen jungen
sehr herzigen Hund bekommen
eine Art Polarhundmischung
Ich sitze mit meinem Mann
an einem Tisch
auf dem der Hund liegt

Mit einem Polarschlitten
fahren mein Mann und ich
durch eine weite Landschaft
zu einem See:
endlos glatte Wasserfläche
Der junge Hund
springt hintendrein
nimmt Kontakt auf
mit einem Pinguinvolk
das er instinktiv
als zu ihm gehörig erkennt
Ich fotografiere die Pinguine
aber auf den Fotos
erscheinen Schwäne
bei Start- und Landeflügen
Am Horizont tauchen
industrielle Bauten auf

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Die junge Frau mit dem Glas

Ein Traumdeuter begleitet einen 76-jährigen Mann, der an Alzheimerkrankheit litt, beim Prozess des Übertritts in ein Altersheim. Der alte Mann wälzte nachts die Frage, was er ins Altersheim mitnehmen soll, vergass aber immer wieder, was er unbedingt mitnehmen wollte. In einer Nacht träumte er:

Ich stehe allein
in einem leeren Raum
als eine junge Frau
ihn betritt
mit einem Glas
in der Hand
Sie wirft es
auf den Boden
es zerspringt
in tausend Stücke
wieder und wieder
träume ich diesen Abschnitt
Dann aber kommt sie
auf mich zu
drückt mir das Glas
in die Hand
Ich soll es
auf den Boden werfen
Ich tue
wie sie mir geheissen
es zerspringt
in tausend Stücke
Plötzlich halte ich
einen leuchtenden Kelch
in Händen

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Ein Stossgebet zum Himmel

Die 41-jährige Frau hatte vier Kinder gross gezogen und als diese nicht mehr soviel von ihr forderten, entdeckte sie plötzlich, dass die Beziehung zu ihrem Ehemann ausgetrocknet war, einer Einöde glich.Sie beschlossen, ihre Schlafzimmer zu trennen, um zu neuer Zweiheit zu finden, stattdessen drifteten ihre Wege noch weiter auseinander. Sie befriedigte ihre erotischen Bedürfnisse ausserhalb der Ehe. Besonders ein Mann hatte es ihr angetan, obwohl dieser sie immer wieder zurückstiess. In ihrer inneren Zerrissenheit sandte sie ein Stossgebet zum Himmel und bat Gott, ihr den Weg zu zeigen. In der Nacht träumte sie:

Ein junger
kleiner weisser Adler
kommt geflogen
und landet sanft
auf der Wiese
vor unserer Stadt
Alle fragen sich
für wen wohl
dieser kleine Adler sei
und laufen aufgeregt
umher
Jeder denkt
er könnte für ihn sein
aber er ist
für meinen Mann

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Der Skorpion über dem Altar

Die 43-jährige Frau ging mit ihrem Mann und ihren drei Kindern jeden Sonntag zur Kirche.
Als das Jüngste der Kinder, Clara, ins Schulalter kam, wehrte sich das Mädchen gegen dieses Ritual. Der Sonntagmorgen wurde für die ganze Familie immer mehr zur Qual.

Wir fahren mit dem Auto
beladen bis unters Dach
zum Skifahren
Plötzlich bemerke ich
dass Clara fehlt
Angst lähmt mich
Mein Mann steigt aus
und entdeckt sie
unter dem Auto –
überfahren
Wir lassen sie liegen
und gehen in die Kirche
zum Gottesdienst
Anstelle eines Kreuzes
hängt über dem Altar
ein Skorpion
Ich weine laut und lange
meine Trauer ist hemmungslos
Niemand stört sich daran
Hinter uns sitzt ein altes
grauhaariges Ehepaar
Die Frau fragt mich
was los sei
ich erzähle es ihr
Da lacht sie
und tröstet mich
das sei ein Bild
für meine inneren Vorgänge
Ich denke plötzlich
so klar ist das nicht
dass Clara tot ist
Ich gehe zum Auto
krabble darunter
und finde sie
dick eingemummt ins Bettzeug
mit Clownbemusterung
Sie blinzelt mich an
sie bewegt sich
wie ein Neugeborenes
das Gesicht voller Käseschmiere
Ich bin dankbar
dass sie lebt

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Familienaufstellung nach Hellinger

Die 36-jährige Frau machte sich nach vielen Therapiestunden und einer Familienaufstellung nach Hellinger auf den Weg, sich mit ihrer Mutter zu versöhnen. Nach einem Wochenendseminar hatte sie folgenden Traum:

Ich spaziere
an einem kühlen Frühlingstag
mit meiner Mutter
und meinen beiden Kindern
zu einem mir unbekannten Ort
Die Kinder sind
um Jahre jünger als jetzt
die Tochter drei
der Sohn
noch im Kinderwagen
Ich fühle mich gestresst
Kann meine Tochter
so weit gehen
und was
wenn mein Sohn
einen Schoppen will?
Meine Mutter
deckt ihn zu
und sagt
Mach dir keine Sorgen
es wird gut werden

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Eine rote Clownnase

Der 52-jährige Psychotherapeut hatte in den letzten Wochen sehr viel zu tun und am Wochenende erwartete ihn die Fortsetzung eines Clownkurses.

Ich arbeite
in einem Spital
und habe sehr viel
zu tun
immer neue
Patienten wollen zu mir es herrscht eine Hektik
die mich zu zerreissen droht
Da wird ein Patient eingeliefert
der an verschiedenen Krankheiten leidet
Asylbewerber ist versicherungstechnische Fragen hat
und zum Schluss des Aufnahmegesprächs Viagra verlangt
Ich greife in die Tasche
Statt des Rezeptblockes
halte ich eine rote
Clownnase
in den Händen

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Speisen für viele Freunde

Der 46-jährige Mann hatte sich noch nicht lange von seiner Freundin getrennt. In einer Nacht träumte er:

Ich befinde mich
in einer wunderschönen Wohnung
und realisiere mit Freude
dass sie mir gehört
Im Wohnzimmer steht
als einziges Möbelstück
ein grosser einladender Holztisch
Ich wandere
von Raum zu Raum
- es sind unendlich viele -
doch je mehr Räume
ich betrete
umso unbehaglicher wird mir
Ich fühle mich verlassen
und verspüre das dringende Bedürfnis
meinen Freund einzuladen
um mit ihm zu kochen
und den Tisch
mit Speisen zu decken
für viele Freunde

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Wenn die Glocke über dem Abgrund schwingt

Der 42-jährige Mann, ehemaliger Leistungssportler, war in den vergangenen Monaten an seine Leistungsgrenze gegangen (Umstrukturierung eines von ihm geleiteten Dienstleistungsbetriebes).



Ich höre
eine Glocke läuten
gehe über eine Hochebene
auf sie zu
Die Glocke ist gross
grösser als ein Kirchenglocke
so dass ich mich
an sie hängen kann
Bei jedem Schlag
spüre ich die Vibration
sie durchdringt mich
da entdecke ich
dass die Glocke
über einem Abgrund
schwingt

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Traum als Sterbehebamme

Die 89-jährige Frau lebte seit wenigen Monaten im Altersheim. Kurz vor ihrem Tod hatte sie folgenden Traum:

Ich bin
in den Himmel gekommen
aber der Himmel sieht aus
wie die Küche
im Altersheim
es herrscht
ein buntes Treiben
und ich frage
den lieben Gott
darf ich
hereinkommen?

Und der liebe Gott sagt
Natürlich haben wir
Platz für dich

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



An die Wand genagelt

Die 82-jährige Frau erinnerte sich an einen Traum, den sie als Kind mehrmals gehabt hatte.
Sie war als Einzelkind in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen. Ihre Mutter bestand darauf, dass sie lange Haare trug, die sie ihr morgens kämmte und zu Zöpfen wand. Ihr Vater kam abends müde nach Hause, hatte gerade noch Energie genug, um sie zu bestrafen, wenn sie etwas angestellt hatte.

Mein Vater schimpft mit mir
So
jetzt sollen einmal alle sehen
was für ein Mädchen du bist
Er hängt mich
an meinen langen Zöpfen
an einen Nagel
in der Hausfassade
Das Haar zerrt
an meinem Kopf
Wenn es reisst
stürze ich in die Tiefe
wenn es nicht reisst
fällt mein Unterleib ab
Ich erwache
von meinem Schrei

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert





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