Traumseminar


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Rund und die Welt

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Die Kälte dringt in meinen Körper

Der 52-jährige Mann litt seit drei Wochen an schweren Depressionen. Sein Leben erschien ihm als langweilige Tretmühle, nichts vermochte ihn zu freuen. Er träumte wiederholt:

Ich wandere hinaus
in eine Schneelandschaft
hinter mir
verwehen meine Spuren
die Fussstapfen
füllen sich mit Schnee
nur noch einige Meter
denke ich
und lasse mich fallen
die Kälte dringt
in meinen Körper
und verwandelt ihn
in Weiss
wie die Schneedecke

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



Bomben explodieren

Der 52-jährige Mann wurde nach der Trennung von seiner Freundin von schweren Depressionen erfasst. In einem Kriseninterventionszentrum machte er einen Temesta-Entzug durch. In der Nacht erwachte er aus folgendem Albtraum:

Fliegeralarm
Bomben explodieren
Wir werden
von Jagdflugzeugen verfolgt
Wir rasen im Zug
vor uns der Schienenstrang
weder nach links
noch nach rechts
können wir ausweichen
auf ein Tunnel zu
in den Tunnel hinein
Gerettet
Mitten im Berg
stossen wir
auf eine Stadt
die in eine riesige Höhle
hineingebaut ist
Wir steigen in einem vornehmen
aber heruntergekommenen Hotel ab
die Kellner
von denen wir nicht wissen
auf welcher Seite sie stehen
schauen mich
mit spöttischen Augen an
und lächeln:
sie wissen mehr
als sie sagen
Plötzlich wird mir bewusst
dass der Feind
schon längst hier ist
Fliegeralarm
Bomben explodieren
Wir rennen

Quelle: Brack, Bernhard: Anonymisiert



In der Finsternis nur eine weisse Brust

Ein Mönch erzählte Niko Kazantzakis auf dem heiligen Berg Athos von einem Traum, den er gehabt hatte, nachdem er eine Frau vor dem Kirchenportal hat stillen sehen. Tiefe Gewissensbisse plagten ihn.

Ich träume von einer weissen Brust
von keinem Körper keiner Frau
es ist tiefe Dunkelheit und
in der Finsternis nur eine weisse Brust
und ich fest an sie geschmiegt
in meiner Kutte mit meiner Mütze
mit meinem schwarzen Bart
sauge daran


Quelle: Niko Kazantzakis, Rechenschaft vor El Greco, rororo, Reinbek bei Hamburg, 1980, Seite 197, zweiter eindrücklicher Traum auf Seite 220



Im Ufo fliege ich davon

Die 32-jährige Frau, Managerin in einem Betrieb für Wohnausstattung und Beleuchtung, verlor wegen Umstrukturierung ihre Stelle. Nach Zeiten des Zweifels erhielt sie plötzlich zwei Angebote: von einer Warenhauskette und einem Betrieb von nationaler Bedeutung. Sie konnte sich nicht entscheiden. Sie träumte:

Aus einem Hotelzimmer
in einem New Yorker Hochhaus
sehe ich ein Flugzeug
auf mich zufliegen
Es wendet sich
auf die Rückseite
geht auf
in Rauch und Flammen
und stürzt ab
Ein UFO
gleitet vor dem Fenster
rauf und runter
ich weiss
es sucht mich
Es findet mich
mit einem Beamer
in dessen Strahlen
ich mich auflöse
Im UFO
fliege ich davon

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Traum eines Sterbenden

Die Mutter sagt zu ihrer Tochter. “Weißt du, dein Vater hat sehr wenig darüber gesprochen, was ihn tief in seiner Seele bewegte. Vielleicht war er sich seiner Gefühle oft nicht einmal selbst bewußt, aber letzte Woche, in der Nacht, bevor er starb, hatte er einen Traum und er erzählte ihn mir:”

Ich stehe auf dem Dach
unseres Hauses
Da ist eine lange Leiter
die bis in den Himmel reicht


Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Die Seele weint bitterlich

Die 35-jährige Frau, Prostituierte, räkelte sich nackt auf dem Sofa. „Ich möchte euch einen Traum erzählten“, sagte sie und nahm eine Haltung ein, als ob sie Kleider trüge.

Ich bin
in meinem Körper
und gleichzeitig
schwebt meine Seele
über meinem Körper
Sie schaut mir
von aussen zu
Plötzlich weint sie bitterlich

Tränenmeere
ergiessen sich
über das
was ich lebe*

*Diesen Traum hatte sie vor Jahren, als sie noch verheiratet war und sich in ihrer Ehe wie in einem Foltergefängnis fühlte.

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Ich liege im Sarg

Der 25-jährige Student hatte soeben sein Studium erfolgreich abgeschlossen. In der Nacht träumte er:

Ich liege im Grab
sehe durch das Fenster
des Sarges
den Pfarrer
meine Eltern und Geschwister
am Grabesrand stehen
Blumen fliegen
auf mich herunter
Blütenblätter zwirbeln
durch die Luft
Dann poltern
schwere Erdschollen
auf den Sarg

Quelle: Etter, Hansueli F.: Anonymisiert



Eine Partie Schach mit dem Teufel

Der 40-jährige Biologe erhielt von einem führenden Konzern das Angebot, in einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten, bei dem es um die Wirkung von Röntgenstrahlen auf Organismen ging. Dazu waren Tierversuche nötig. Er überlegte sich lange, ob er das Angebot annehmen solle oder nicht. In einer Nacht träumte er:

Ich sitze
am Stubentisch
als der Teufel erscheint
(im Traum wusste ich
dass es der Teufel war
erinnere mich aber nicht mehr
wie er aussah)
Er bietet mir an
eine Partie Schach
zu spielen

Quelle: Etter, Hansueli F.: Anonymisiert



Auf einer Wolke

Die 60-jährige Frau lebte alleinstehend in einem abgeschiedenen Dorf. Vor drei Jahren hatte ihr Sohn Suizid begangen, kürzlich war ihr Vater verstorben. Wegen schwerer Depressionen ging sie in psychiatrische Behandlung. Als es ihr wieder besser ging, fragte sie sich, ob sie die Medikamente absetzen solle. Bevor sie dies mit ihrem Psychiater diskutieren wollte, hatte sie folgenden Traum:

Ich bin
in einem Flugzeug
steige aus
auf eine Wolke
und rufe nach unten
Kann ich abwerfen?
Zwei Männer rufen ja
Ich werfe ab
einen Rucksack
und ein kleines Paket
Kann ich springen?
Hast du einen Fallschirm?
Ich greife
mit den Händen
an den Rücken
und werde unsicher
ich weiss es nicht!
Von unten
kommt die Anweisung
stehen zu bleiben
Die Wolke
ist so gross
wie ein Küchenschemel
es windet heftig
aber Angst
habe ich keine

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert



Erinnerung an Sisyphus

Die 45-jährige Frau arbeitete bei einer Bank in Tschechien. Beim Weihnachtsessen der Bankangestellten forderte der Direktor aus Prag noch mehr Einsatz und Anstrengung, da der Kampf auf dem Finanzmarkt sehr hart und unerbittlich sei. Er erwähnte dabei auch die drei grösseren Banken, die kürzlich Konkurs gegangen waren. In der Nacht hatte sie, die sich sonst nie an Träume erinnerte, folgenden Traum.

Ich gehe morgens wie gewöhnlich
zur Bank und freue mich
auf den Arbeitstag
Zu meiner Überraschung
ist der Eingang
meterhoch mit Schnee verschüttet
Ich beginne sofort
den Eingang frei zu schaufeln
Kurz darauf kommt der Direktor
welcher ebenfalls unverzüglich
eine Schaufel ergreift und mithilft
Unsere Anstrengungen bleiben aber
ohne Erfolg
neuer Schnee
fällt vom Himmel
oder rutscht vom Dach
Stundenlang arbeiten wir
ohne vom Fleck zu kommen
da erinnere ich mich
an Sisyphus

Quelle: Lenherr, Andreas: Anonymisiert


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